Nachwuchsarbeit beim Skiverband

Förderverein unterer Wald

Kontakt

Gerhard Richter
Sportwart
0170 / 2306890

Andi Fuchs

stellv. Sportwart
0170 / 2955203

Arber Völkl Max Schierer Sparkasse Cham Uvex

Bei der FCC-Skiabteilung geht’s selten bergab

aus dem Bereich Alpin erstellt am 07.04.2010 um 12:09 Uhr
Von: Holder Hierl

Skiabteilung des FC Chammünster feiert 40-jähriges Bestehen – Am Samstag Ehrenabend

Mit Zipfelhaube und ewig langen Skiern, so trat die Rennmannschaft des FC Chammünster 1976 bei einem B-Jugendrennen am Eck an.

Mit Zipfelhaube und ewig langen Skiern, so trat die Rennmannschaft des FC Chammünster 1976 bei einem B-Jugendrennen am Eck an.

Leider nur selten möglich, das Gaudirennen vom Lamberg durch den Wald nach Chameregg, heuer wagten es diese FCCler mehrfach.

Leider nur selten möglich, das Gaudirennen vom Lamberg durch den Wald nach Chameregg, heuer wagten es diese FCCler mehrfach.

Eine organisatorische Meisterleistung sind jedesmal die Skikurse des FC Chammünster (hier sichtet DSV-Skilehrwart Herbert Geiger das Skichaos).

Eine organisatorische Meisterleistung sind jedesmal die Skikurse des FC Chammünster (hier sichtet DSV-Skilehrwart Herbert Geiger das Skichaos).

Das Skilehrteam des FC Chammünster (hintere Reihen) kann stolz auf seine Leistung und seine Skischüler sein.

Das Skilehrteam des FC Chammünster (hintere Reihen) kann stolz auf seine Leistung und seine Skischüler sein.

Europa war 2007 Gast des FC Chammünster bei den Inline-alpin-Europameisterschaften auf der Schanze in Cham (hier der Einmarsch der teilnehmenden Nationalmannschaften).

Europa war 2007 Gast des FC Chammünster bei den Inline-alpin-Europameisterschaften auf der Schanze in Cham (hier der Einmarsch der teilnehmenden Nationalmannschaften).

Spitze als Organisator wie als Sportler: Skiabteilungsleiter Sigi Zistler.

Spitze als Organisator wie als Sportler: Skiabteilungsleiter Sigi Zistler.

Sebastian Gruber, Claudia Wittmann und Matthias Mertens vom FC Chammünster errangen 2007 alle sechs europäischen Titel im Inline-alpin-Sport (viermal Europameister - Jugend und Erwachsene -, zweimal Europacup-Gesamtsieg).

Sebastian Gruber, Claudia Wittmann und Matthias Mertens vom FC Chammünster errangen 2007 alle sechs europäischen Titel im Inline-alpin-Sport (viermal Europameister - Jugend und Erwachsene -, zweimal Europacup-Gesamtsieg).

CHAMMÜNSTER (hh/chi). Bei Skifahrern geht’s ja normalerweise möglichst schnell talwärts, im Prinzip gilt das auch für die des FC Chammünster. Doch die Skiabteilung im FCC selber erklimmt in vielen und oft neuen Bereichen erhoffte, aber nicht immer erwartete Höhen und die Ziele liegen nicht unten im Tal, sondern oben an der Spitze. Dass diese positive Entwicklung der Abteilung so stetig und mit nur wenigen Einbrüchen erfolgte, ist wohl auch ein Verdienst der Führungsmannschaft, die zum Teil seit der Abteilungsgründung 1970 in der Verantwortung steht. Und auch die Abteilungsleiter wechselten nur sehr selten: in vier Jahrzehnten führten nur vier Vorsitzende die FCC-Skifahrer an.
Ein anderer Grund für den beständigen Aufwärtstrend ist die Tatsache, dass sich die Verantwortlichen neuen Entwicklungen nicht verschlossen haben und etwa mit Nordic Walking und vor allem dem Inline-alpin-Slalom äußerst erfolgreiche Bereiche in das Angebot der Abteilung integriert haben. Nicht alles konnte aber verwirklicht werden. So läuft z. B. der Snowboard-Sport nur am Rande mit, der Biathlon, seit den deutschen Erfolgen ein Publikumsmagnet, ist für die Abteilung nur schwer zu organisieren. Der Skilanglauf war vor allem in den Anfangsjahren des Skifahrens im FCC eine erfolgreiche Sparte mit FCClern als Bayerwaldmeister, litt dann am mangelnden Interesse der Mitglieder und ist nunmehr mangels Zugpferd im Verein nur sehr schwer wieder zu etablieren.
Am 18. Januar 1970 schlug die Geburtsstunde der Skiabteilung im FC Chammünster. Bei der Jahreshauptversammlung des Vereins wurde der Antrag auf Abteilungsgründung von 22 am Skisport Interessierten der Versammlung zur Abstimmung vorgebracht und einstimmig angenommen. Dadurch öffnete sich der bis dahin nur auf den Fußball fixierte Verein (daher auch der Name FC Chammünster) anderen Sportarten, auch die Tischtennisabteilung befand sich gerade im Aufbau. Erster Abteilungsleiter wurde Josef Gütlhuber, der sich und seinen Getreuen keine Schonfrist für einen Aufbau der Abteilungsstrukturen gönnte und gleich mit der Organisation eines Abfahrtslaufs am Roßberg mit über 100 Teilnehmern in die Vollen ging. Ein Riesentorlauf auf der Bernhardshöhe folgte kurz darauf. Und das bei den damals noch unzulänglichen technischen Möglichkeiten, das heißt, dass die Rennzeiten noch per Hand gestoppt wurden.
Die Skirennläufer des FC Chammünster sammelten erste Rennerfahrungen bei Veranstaltungen des FC Miltach und des TSV Blaibach. In die Anfangsjahre fiel auch die Entscheidung für die Zugehörigkeit zum Skigau Bayerwald (heute Skiverband Bayerwald), wogegen die Oberpfälzer Vereine aber Einspruch erhoben. Erst nach langen Verhandlungen mit dem BSV konnte der Verbleib beim Skigau Bayerwald gesichert werden und die FCCler sind seitdem dort auch in der Führung sowie im Kampfrichterwesen voll integriert.
Dies ist sicher auch ein Verdienst der jeweiligen FCC-Skiabteilungsleiter, die im Skiverband ein hohes Ansehen genossen und noch genießen. Wohl auch bedingt durch ihre langjährige Funktionsausübung, die sie im Verband als verlässliche Partner erscheinen ließ. So leitete Josef Gütlhuber von 1970 bis April 1979 die Skiabteilung, Max Schießl brachte es gar auf vierzehn Jahre (1979 – 93) und auch Reinhard Wutz führte die FCC-Skifahrer 13 Jahre (1993 – 2006). Seitdem ist Sigi Zistler unermüdlicher Vordenker und Organisator der Abteilung. Und auch die übrigen Funktionen im Abteilungsausschuss wurden jeweils lange Jahre von den selben Personen wahrgenommen, so sind etwa Max Schießl und Herbert Geiger seit über 30 Jahren im Ausschuss aktiv, Herbert Geiger unter anderem als DSV-Skilehrwart. Das zeigt auch das gute Klima in der Abteilung und die Bereitschaft vieler, die Abteilung nicht nur als Serviceangebot zu sehen, sondern sich selber aktiv in die anfallenden Arbeite
 n einzubringen.
Nur so sind zum Beispiel auch die vielen Rennen oder Trainingseinheiten und auch die Tagesfahrten durchzuführen. So werden jedes Jahr Vereinsmeisterschaften ausgetragen (außer 1972 und 1977) oder das Pokalrennen um den Ödenturm-Cup, der anfangs (1992) als Abfahrtslauf am Eck, später als Super-G-Rennen auf verschiedenen Strecken, zuletzt am Pröller, soweit es die Schneelage erlaubt, durchgeführt wurde. Die Siegerehrung zu dieser Vereinsmeisterschaft wird in größerem Rahmen in Chammünster gefeiert und bedeutet zugleich den Abschluss der Winter-Rennsaison.
Als überörtlicher Rennveranstalter trat der FC Chammünster erstmals 1973 mit einem Vereinsvergleichswettkampf mit Miltach und Blaibach in Erscheinung. Wie gesagt, die technische Ausstattung damals wäre heute undenkbar, denn eine elektronische Zeitnahme wurde erst kurz danach angeschafft. Diese und die perfekte Organisation der Rennen durch Josef Gütlhuber und seine Mannschaft brachten der FCC-Skiabteilung bald einen guten Ruf als Rennveranstalter ein. Das erste vom FC Chammünster durchgeführte Gaurennen war ein Schüler- und Jugend-B-Rennen am Eck 1976, es folgten immer größere Veranstaltungen, etwa die Bayerwaldmeisterschaften der Schüler und Senioren, aber auch der Bezirksentscheid der Schulen im Skilanglauf, Chamer Stadtmeisterschaften usw. Und seit der Inline-alpin-Sport im FC Chammünster aktiv als Rennsport betrieben wird, wurden nicht nur Läufe zum Inline-alpin-Europacup organisiert oder zu anderen internationalen Pokalwettbewerben, sondern 2007 richtete die
  Skiabteilung des FC Chammünster auch die zweitägige Großveranstaltung der Süddeutschen und der Europameisterschaften im Inline alpin auf der Schanze in Cham großartig aus. – Und heimste ganz nebenbei durch Claudia Wittmann und Matthias Mertens noch die beiden Europameistertitel ein; Sebastian Gruber und wiederum Claudia Wittmann waren zuvor schon Junioren-Europameister geworden. Dazu schafften die beiden Europameister in diesem Jahr auch die Siege im Europa-Gesamtcup, so dass alle in Europa zu vergebenden Titel (was im Inline-alpin-Sport gleichbedeutend mit Welttiteln ist, da auf anderen Kontinenten diese Sportart kaum wettkampfmäßig betrieben wird) an Sportler des FC Chammünster fielen – eine Konstellation, die wohl kein Verein mehr schaffen wird.
Und da wären wir schon bei den Erfolgen der Skiabteilungsmitglieder, die zum Teil aus der weiteren Region zum FC Chammünster gekommen sind, da sie das hiesige Umfeld und vor allem das sportliche Angebot und den Erfolgsanspruch für gut halten. So kamen etwa zum Kinder-Skirenntraining des FCC mit Paul Brückl jeden Montagnachmittag in diesem Winter eine ganze Reihe Schüler und auch das andere regelmäßige Training zweimal die Woche donnerstags und freitags wurde immer gut besucht. Ebenso kommen zu den ebenfalls zweimal pro Woche stattfindenden Inline-Trainingseinheiten immer eine ganze Reihe Sportler des FC.
Dass dieser Trainingseifer, der auch auf die hervorragende Arbeit der Trainer und Übungsleiter schließen lässt, nicht ohne Wirkung bleibt, liegt auf der Hand. So platzieren sich seit vielen Jahren im Winter wie im Sommer immer wieder Sportler des FC Chammünster ganz oben auf den Klassenwertungslisten, aber auch als Gesamtsieger. Da kamen etwa bei den Stadtmeisterschaften im Skifahren in den letzten Jahren die Titelträger fast immer vom FC Chammünster, aber auch bei den Bayerwaldmeisterschaften, bei Schülermeisterschaften oder DSV-Punkterennen sind immer wieder FCCler ganz vorne mit dabei. Momentan sind etwa Felix Krotlinski und Susanne Weber im Rennteam des Skiverbands Bayerwald und im Inlinebereich haben es mehrere FCCler in den deutschen oder den bayerischen Rennkader geschafft und etliche sind schon bayerische und deutsche Meister geworden, allen voran der Abteilungsleiter, Sigi Zistler, der nicht nur in der Seniorenklasse 51 kaum zu schlagen ist, sondern auch bei d
 en Herren allgemein im Spitzenbereich anzutreffen ist (neben Markus Weigl, Sebastian Gruber, Sebastian Weber und bei den Damen Claudia Wittmann, Franziska Ries, Susanne Weber, Katharina Hoffmann). 2009 gab es etwa fünf deutsche Meistertitel für FCCler, vier deutsche Vizemeistertitel, zwölf bayerische Meistertitel oder zwei Top-Ten-Plätze bei der Europameisterschaft (Claudia Wittmann, Sebastian Gruber), zwei Bayerwaldmeistertitel  und den BIC-Gesamtcup für Franzi Ries usw.
Und damit diese Erfolgswelle nicht abebbt, bietet die FCC-Skiabteilung jedes Jahr Einsteiger-, aber auch Aufbaukurse im Skifahren wie im Inline-Sport an und da tummeln sich regelmäßig über 80 Schüler auf den Asphalt- oder Schneepisten. Notwendig ist bei diesen Mengen natürlich auch genügend Lehrpersonal, das die Abteilung immer auch stellen konnte, da sich immer ausreichend FCCler dem Ausbildungs- und Prüfungsstress für die jeweiligen Übungsleiterlizenzen unterzogen und auch weiter dazu bereit sind.
Aber auch Ausgefallenes wurde bereits von der Skiabteilung im FC Chammünster organisiert, vor allem als Beiträge zu den Vereinsjubiläen des FC. So etwa 1981 zum 20-jährigen Bestehen des Vereins, als ein Grasskislalom auf der Sauerwiese über Chameregg über 200 Zuschauer anlockte. Fünf Jahre später wurde ein Skirollerlauf durchgeführt, der für die Bayerwaldmeisterschaft gewertet wurde, und 1991 gab es einen Rad-Bergsprint von Hof nach Hilm. Für die sportliche Fitness wie für die positive Atmosphäre in der Abteilung sorgen die regelmäßigen Radtouren oder Wanderungen der Mitglieder im Bayerischen Wald, wenn diese auch nicht mehr so zahlreich sind wie früher, da einfach der Trainings- und Rennbetrieb viele Wochenenden belegt und nur im Herbst und im Frühjahr zwischen den jeweiligen Saisonen ein paar Wochen relativ frei sind für derartige Gemeinschaftserlebnisse. Aber auch die Trainingswoche in Obertauern ist nicht nur ein sportlicher Höhepunkt, sondern auch ein
 geselliger.
Erwähnenswert noch ein paar Besonderheiten in der 40-jährigen Abteilungsgeschichte: – Von 1976 bis 1981 besaß die Abteilung eine eigene Skihütte in Kalteck. – 1975 schaffte sich die Skiabteilung ihren ersten Bus an; mittlerweile ist dies ein Vereinsbus, der von Hauptverein und Skiabteilung finanziert und vor allem von den Skifahrern, Inlinern und Fußballern genutzt wird. – Mitglieder der Abteilung nehmen immer wieder an den Dorfmeisterschaften der Schützen, der Fußballer oder der Eisstockschützen teil, manchmal errangen sie sogar die Dorfmeisterehren. – Während der Wintersaison hält die Abteilung einen wöchentlichen Dienstagstammtisch mit Abteilungsausschusssitzung ab, in der die jeweiligen Vorhaben und Rennen besprochen werden.
Die nächste größere Veranstaltung findet nun bereits am Samstagabend ab 19 Uhr im Gasthaus Hunger am Ödenturm statt: Bei einem Ehrenabend werden die diesjährigen Vereinsmeister im Skifahren geehrt, vor allem aber 40 Jahre Skiabteilung im FC Chammünster gefeiert – eine Erfolgsgeschichte ohnegleichen.